Jakab Antal Haus

10. Juni 2026

Drei Jahrzehnte im Dienst des Glaubens und der Nächstenliebe

Drei Jahrzehnte im Dienst des Glaubens und der Nächstenliebe

Am 2. Juni fand im Jakab-Antal-Haus in Șumuleu Ciuc eine Jubiläumsfeier statt, bei der die Gründung des Hauses und sein dreißigjähriges Bestehen gefeiert wurden.

Heute ist das Jakab-Antal-Haus eine dynamische Einrichtung, die ihren ursprünglichen Zielen aus dem Jahr 1996 treu geblieben ist und zugleich ihr Tätigkeitsfeld erheblich erweitert hat. Das Haus dient sowohl als Studienzentrum für Konferenzen und geistliche Einkehrtage als auch als wichtige Säule der Caritas-Mission. Seine Tätigkeit beruht heute auf fünf Säulen, die sich gegenseitig stärken: die Beherbergung von Gästen, die berufliche Bildung und die Organisation von Veranstaltungen, die soziale Unterstützung – einschließlich der täglichen Bereitstellung einer warmen Mahlzeit für mehr als 500 bedürftige Menschen in der Region –, geschützte Arbeitsplätze und Tageszentren.

Abteilungsleiter György Péter stellte diese Tätigkeitsbereiche vor und legte dabei besonderen Wert auf geschützte und inklusive Arbeitsplätze. Das Haus bietet Menschen mit besonderen Bedürfnissen Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten und unterstützt dadurch ihre gesellschaftliche Teilhabe. Zu den Zukunftsplänen gehören die Anlage eines Kräutergartens, die barrierefreie Erschließung des Gebäudes durch den Einbau eines Aufzugs sowie die Ausweitung des erfolgreichen sozialen und wirtschaftlichen Modells auf weitere Ortschaften. Die Gäste wurden in diesem lebendigen Umfeld empfangen. Mehrere Erzdechanten, Priester der Erzdiözese, Vertreterinnen und Vertreter der Partnerinstitutionen sowie die Bürgermeister von Miercurea Ciuc erwiesen der Veranstaltung mit ihrer Anwesenheit die Ehre.

Die Reihe der Festansprachen eröffnete der emeritierte Weihbischof József Tamás. Er erklärte: „Ich habe gespürt und erfahren, dass dieses Haus diesem Ort und sogar der gesamten Region Ansehen verliehen hat.“ In seiner Rede zog er eine Parallele zwischen seiner Ernennung zum Bischof und den Anfängen des Hauses. Dabei betonte er, dass das Gebäude in den vergangenen drei Jahrzehnten nicht nur zu einem Ort der Wissenschaft, sondern auch zu einem Raum für die Vertiefung der christlichen Spiritualität und des sozialen Bewusstseins geworden ist.

Szász János, ehemaliger Direktor der Caritas, erinnerte an die Schwierigkeiten der Anfangszeit: „Der Traum von diesem Haus und sein Bau waren das Ergebnis des Fleißes so vieler Menschen.“ Er sprach über die technischen und finanziellen Herausforderungen der 1990er-Jahre, die Inflation und die damaligen Schwierigkeiten der Kommunikation, als Nachrichten noch per Telex eintrafen. Zugleich brachte er seinen Dank gegenüber den Planern und all jenen zum Ausdruck, die mit ihrem Glauben und ihrer Arbeit die Verwirklichung dieses Traums ermöglicht hatten.

Die Gedanken des Gründers der Einrichtung, Dr. Vencser László, wurden von einem Mitarbeiter vorgetragen: „Das Studienhaus wurde durch menschliche Solidarität errichtet.“ Im Mittelpunkt seiner Botschaft stand der Gedanke, dass dieses Haus ein durch europäische Zusammenarbeit geschaffenes geistiges Zentrum ist. Es trägt den Namen von Bischof Jakab Antal, dient dem Wissen und den christlichen Werten und heißt alle, die sich weiterentwickeln möchten, mit offenen Türen willkommen. Die eigens zu diesem Anlass vorbereitete Publikation, das Lesezeichen und die Ausstellung sowie der Film von Csúcs Mária und Csúcs Péter über die dreißigjährige Geschichte des Hauses verliehen der Veranstaltung einen besonderen Rahmen.

An der Gesprächsrunde nahmen die Direktoren Dr. Márton András und Pfarrer Sajgó Balázs teil. Das Gespräch führte von den Erinnerungen an die Vergangenheit bis zu den Zukunftsperspektiven. Sie erinnerten an die Bedeutung des Hauses für die berufliche Bildung und hoben den Besuch von Papst Franziskus hervor, der die drei Säulen der Einrichtung – Nächstenliebe, Bildung und Spiritualität – symbolisch besiegelte. Für die Zukunft beschrieben sie das Haus als einen Ort der Heilung von Gemeinschaften, an dem eine Kultur der Zusammenarbeit dazu beitragen kann, die aus der Vergangenheit übernommenen Mauern des Misstrauens abzubauen.

Erzbischof Dr. Kovács Gergely berichtete über seine persönliche Verbundenheit mit dem Haus und über die dort im Jahr 2001 vom Heiligen Stuhl organisierte Konferenz, die er selbst koordiniert hatte. Er betonte die beispielhafte und bewusste Zusammenarbeit zwischen der Erzdiözese und der Caritas. Dank dieser Zusammenarbeit finden im Haus zahlreiche bedeutende kirchliche Veranstaltungen, Fortbildungen für Priester und Sitzungen der diözesanen Gremien statt. Der Erzbischof hob hervor, dass die Zukunft des Hauses im fortgesetzten Dienst liegt – nicht im Glanz des Gebäudes, sondern in der Arbeit für die Menschen.

Im Mittelpunkt des bei der Jubiläumsmesse verkündeten Evangeliums (Markus 12,13–17) stand die Lehre: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.“ In seiner Predigt erklärte der Erzbischof, dass diese Antwort kein diplomatisches Manöver, sondern eine Wiederherstellung der richtigen Ordnung sei – ein Grundsatz, der auch für das Jakab-Antal-Haus von grundlegender Bedeutung ist. In diesem Haus sind Kirche und Welt, Glaube und Wissen zugleich gegenwärtig. Der Erzbischof erläuterte, dass unabhängig von der jeweiligen Tätigkeit – sei es Beherbergung, soziale Unterstützung oder Bildung – das oberste Ziel stets darin besteht, die Würde des Menschen zu bewahren und die Liebe Gottes durch konkrete Taten des Dienens sichtbar zu machen.

Am Ende der Jubiläumsmesse sprachen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses Fürbitten für den Heiligen Vater, für die Leitung der Einrichtung, für den Erfolg der Bildungsprogramme sowie für die ewige Ruhe der verstorbenen Kolleginnen, Kollegen und Wohltäter. Die Feier endete mit einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem die Teilnehmenden in der Freude der Gemeinschaft für die Gnaden der vergangenen drei Jahrzehnte dankten.